Deutscher Azubi-Kompass

Meine Ausbildung als …

Zerspanungsmechaniker

Hätten Sie gedacht, wie vielseitig Metall ist?

Luigi Del Giudice: Ehrlich gesagt: nein! Am Anfang denkt man, Metall ist eben Metall – hart, schwer, grau oder gold. Aber in der Ausbildung merkt man schnell, wie viele unterschiedliche Metalle es gibt und wie unterschiedlich sie sich verhalten. Aluminium lässt sich ganz anders bearbeiten als Messing oder Edelstahl. Man muss echt viel wissen, um damit richtig umzugehen – das ist spannend.

Warum heißt der Beruf so? Was ist „Zerspanen“?

Luigi Del Giudice: Zerspanen bedeutet, dass man Material von einem Werkstück abträgt – also zum Beispiel dreht, fräst oder bohrt, bis das Teil die gewünschte Form hat.

Diese Haupttätigkeit ist damit der Berufstitel: Mit Maschinen hochpräzise Teile aus Metall herzustellen, indem wir sie zerspanen.

Welche Tätigkeiten fallen hierfür an?

Luigi Del Giudice: Wir arbeiten an Drehund Fräsmaschinen, rüsten die Werkzeuge, spannen Rohmaterial ein, programmieren die Maschinen teilweise selbst und überprüfen am Ende, ob alles genau stimmt. Messen gehört genauso dazu wie das Nachbearbeiten, wenn mal was nicht ganz passt.

Dann haben Sie ein gutes Zahlenverständnis und sind Experte für hochpräzise Arbeiten?

Luigi Del Giudice: Mathe ist auf jeden Fall wichtig – vor allem beim Fräsen muss man ziemlich genau rechnen. Manchmal sind Toleranzen im Hundertstelbereich – da zählt wirklich jeder Millimeter. Präzision ist in diesem Beruf einfach das A und O.

Was gefällt Ihnen besonders an der Arbeit an großen Maschinen mit riesigen Mengen von Metall?

Luigi Del Giudice: Das Beeindruckende ist, dass man mit diesen großen Maschinen sehr präzise arbeiten kann. Und man sieht direkt, was man geschafft hat. Wenn man ein kompliziertes Teil richtig hinbekommt, ist es ein cooles Gefühl so eine Technik zu beherrschen.

„Präzision ist in diesem Beruf einfach das A und O.“

Wer hilft weiter, wenn Unterstützung benötigt wird?

Luigi Del Giudice: In der Lehrwerkstatt helfen wir uns gegenseitig. Wenn es mal knifflig wird, ist der Ausbilder da. Bei Flühs ist das Team super – niemand wird alleine gelassen. Ich bin auch Jugendvertreter – bei Problemen, kann jeder zu mir kommen.

Und wie finden Sie es, all diese Arbeitsschritte eigenverantwortlich zu übernehmen?

Luigi Del Giudice: Es ist ein gutes Gefühl! Am Anfang war ich noch unsicher, aber mit jedem Tag wird man selbstständiger. Sobald man ein Werkstück – von Anfang bis Ende allein erstellt hat– ist man schon ein bisschen stolz.

Technik ist schnelllebig… wie können Sie sich weiterbilden?

Luigi Del Giudice: Nach der Ausbildung kann man den Techniker oder Meister machen. Und wer Fachabi hat, kann auch Maschinenbau studieren. Weiterbildung ist auf jeden Fall möglich – je nachdem, wo man hinwill.

Interview - Zerspanungsmechaniker
Ich bin … Luigi Del Giudice, bin 24 Jahre alt, und befinde mich im 3. Ausbildungsjahr zum Zerspanungsmechaniker bei der Flühs Drehtechnik GmbH in Lüdenscheid.

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