Meine Ausbildung als …
Zerspanungsmechaniker
Fertigen Sie Präzisionsteile mit dem richtigen ‚Dreh‘?
Vincent Smykalla: Genau, unsere Präzisionsdrehteile sind feine Bauteile mit kleinen Toleranzen. Sie werden auf den Hundertstelmillimeter genau gefertigt und in unterschiedlichsten Produkten verbaut. Wir fertigen die Teile auf modernen CNC-Drehmaschinen und prüfen danach mit 3D-Messmaschinen, ob die Qualität stimmt.
Was genau ist Ihre Aufgabe?
Vincent Smykalla: Als Zerspanungsmechaniker rüste ich die CNC-Drehmaschinen, indem ich Werkzeuge montiere und Maße einstelle. Zudem optimiere ich die Programme. Aktuell lerne ich, Maschinen selbstständig am Laufen zu halten. Dazu messe ich Teile nach, prüfe Maße und korrigiere. Ich wechsle kaputte Werkzeuge und achte auf Material und Öl.
Bringt dann jedes Material unterschiedliche Fähigkeiten mit?
Vincent Smykalla: Auf jeden Fall. Ein Beispiel ist Aluminium im Vergleich zu Stahl: Aluminium ist leicht und weich. Dadurch lässt es sich gut bearbeiten, allerdings können sich lange Späne um das Teil wickeln. Stahl ist härter, weshalb die Späne kleiner sind und besser brechen.
Mit welchen Maschinen stellen Sie die Teile her?
Vincent Smykalla: Die Teile werden mit CNC-Drehmaschinen hergestellt. Diese Maschinen werden per Computerprogramm gesteuert. Das Rohmaterial dreht sich, während Werkzeuge Material abtragen, bis das Teil entsteht. Bei Gotzeina Drehtechnik arbeiten wir mit CNC-Kurzund Langdrehmaschinen. Bei Langdrehmaschinen wird das Material zusätzlich geführt für lange, dünne Teile. Kurzdrehmaschinen nutzen wir für kürzere Teile.
„Genau diese Mischung macht den Beruf spannend.“
Und was ist das Besondere an der Tätigkeit?
Vincent Smykalla: Die große Vielfalt: Als Lohnfertiger produzieren wir Artikel für Bestandsund Neukunden. Damit fertigen wir nie dasselbe Teil. Die unterschiedlichen Teile und Materialien sind jedes Mal neue Herausforderungen und machen die Arbeit abwechslungsreich, spannend und ich lerne viel dazu.
Ist Ihr Beruf eine Mischung aus Handwerk, Technik und Informatik?
Vincent Smykalla: Ja, auf jeden Fall. Man braucht handwerkliches Geschick, um Werkzeuge oder Spannmittel auf die Maschine zu bauen. Der technische Teil ist wichtig, um Maschinen zu verstehen, einzustellen und zu bedienen. So entstehen Teile nach Kundenzeichnung. Informatik spielt eine große Rolle beim Schreiben von CNC-Programmen. Genau diese Mischung macht den Beruf spannend.
Und in welchen Produkten findet man Ihre gefertigten Stücke?
Vincent Smykalla: Unsere Teile findet man zum Beispiel in Autos, medizinischen Geräten, E-Bikes, Musikinstrumenten und vielen anderen Alltagsgegenständen. Dadurch bekommt man in der Ausbildung Einblicke in viele verschiedene Bereiche.
Wie geht es nach der Ausbildung bei dieser Vielfalt weiter?
Vincent Smykalla: Nach der Ausbildung geht das Lernen erst richtig los. Mit der Zeit sammelt man mehr Erfahrung und wird besser. Zudem hat man die Möglichkeit, noch einen Meister, Techniker oder sogar den Ausbilderschein zu machen.
